Stand der Bauarbeiten 22.09.2016

Baufahrzeuge verlassen die Weißeritztalbahn

Am 12.09.2016 hat die Gleisprofiliermaschine (Bürstel) die Weißeritztalbahn verlassen und am 14.09.2016 wurde die Stopfmaschine verladen. Beide sind unterwegs zum Einsatz in dei Slowakai und anschließend nach Frankreich, bevor sie im November wieder auf der Strecke der Weißeritztalbahn zum Einsatz kommen.

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Sorgenkind Schmalspurbahn

sz-online.de | Sachsen im Netz

Der Bau geht gut voran. Aber wie sollen künftig die Fahrten bezahlt werden? Die Antworten der Politiker.

15.09.2016 Von Franz Herz

d Schmalspurbahn

Hier fährt die Weißeritztalbahn nach Dippoldiswalde ein, vorbei am neuen Polypark. Der ist eine Attraktion, die auch Dipps als Ziel für Familien attraktiver macht, also zur Belebung der Bahn beiträgt. Derzeit hängen aber alle Planungen auch für touristische Angebote in der Luft, weil der Fahrplan für die komplette Bahnstrecke zwischen Freital und Kipsdorf noch nicht steht.

© Frank Baldauf

Dippoldiswalde.Die Bauarbeiten an der Schmalspurstrecke im Weißeritztal zwischen Dippoldiswalde und Kipsdorf machen täglich sichtbare Fortschritte. Die Arbeitszüge rollen inzwischen schon bis Schmiedeberg, wie Ralf Kempe, der örtliche Betriebsleiter der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft informierte. Es gibt keine Zweifel mehr, dass noch diesen Herbst die ersten Züge bis nach Kipsdorf hochdampfen können. Aber bisher weiß keiner, wie oft und wann diese Züge dampfen werden. Ein Fahrplan ist noch nicht bekannt. Wer jetzt seine Weihnachtsfeier plant und dabei gerne eine Zugfahrt nach Kipsdorf ins Programm einbauen will, steht auf dem Schlauch. Auch Reiseunternehmen, die jetzt über ihren Planungen für die nächste Saison sitzen, wissen nicht so recht weiter. Können Sie ihre Gäste hoch und runter mit dem Zug fahrenlassen? Müssen Sie diese in Kipsdorf mit dem Bus abholen? Alles Fragen, für die eine Antwort überfällig ist.

Teilweise hängen auch bestehende Angebote auf der Strecke zwischen Freital und Dippoldiswalde in der Luft. So ist in der Diskussion, dass der 15-Uhr-Zug von Dippoldiswalde zurück nach Freital wegfällt. Daran hängt aber Braumeisters Dampfzug, eine Sonderaktion, die gut angenommen wird. Deren Teilnehmer haben in der Regel noch das Museum in Dippoldiswalde besucht und in der Stadt noch etwas gegessen und getrunken. „Damit fehlen der Stadt zwischen 1 000 und 1 400 Besucher im Jahr“, schätzt der Dippoldiswalder Oberbürgermeister Jens Peter (Freie Wähler), der sich dabei auf Zahlen aus dem Museum stützt. „Mit einer derartigen Fahrplanänderung würde diese Tradition zunichte gemacht“, sagte Peter in der jüngsten Stadtratssitzung.

Nun ist die Schmalspurbahn seit Jahren ein Politikum, nicht nur wenn Spatenstiche und Brückeneinbauten zu feiern sind. Die entscheidende Frage dabei lautet immer: Wie wird der laufende Betrieb finanziert? Daher fragte die Sächsische Zeitung einmal Landtagsabgeordnete aus der Weißeritzregion nach ihren Vorschlägen für die Weißeritztalbahn. Die SZ wollte wissen, was tun die Politiker als Abgeordnete der Region dafür, dass die Weißeritztalbahn einen für die Bürger sinnvollen und touristisch attraktiven Fahrplan erhält. Dazu wurden sie gefragt, was ihrer Meinung nach andere dafür tun sollten, um die Bahnstrecke zu beleben und attraktiv zu gestalten. Unten lesen Sie die Antworten der Politiker.

Das sagt die Politik

© Egbert Kamprath

Andrea Dombois, CDU

Die Situation der Weißeritztalbahn ist seit Monaten Gegenstand vieler Gespräche gewesen. Gerade die Diskussion um fehlende Gelder, die nun vom Land ausgeglichen werden sollen, wäre einen Artikel für sich wert, da die Wenigsten von den bereits bestehenden Zahlungen, Problemen gegenüber dem Rechnungshof in der Umsetzung der Finanzierung und vielen weiteren Hemmnissen wissen. Auch ist es nicht möglich, über die Aktivitäten vieler Freunde der Bahn, mit denen ich regelmäßig in Verbindung stehe, und die vielen Kompromisse durch das Land eine Aussage zu treffen. Ich bedaure das, weil am Ende immer nur Aussagen bleiben, dass angeblich die Bahn gefährdet ist.

© Andreas Weihs

Verena Meiwald, Linke

Im Kreistag hat meine Fraktion den Wirtschafts- und Vergabeausschuss um den Bereich Tourismus erweitern lassen, damit verstärkt auf diesen geschaut wird und Maßnahmen entwickelt werden können. Unser Vertreter im Verkehrsverbund wird dafür streiten, dass es einen attraktiven Fahrplan geben wird und dass keine bestehenden Angebote wegbrechen werden.
Es ist der Freistaat gefordert, er muss die vom Bund zur Verfügung gestellten Regionalisierungsmittel für den Schienenverkehr auch vollständig an die Verkehrsverbünde weitergeben. Dies fordern wir als Linksfraktion im Landtag seit langem, jedoch verwendet der Freistaat einen Teil dieser Mittel für anderes.Die Weißeritztalbahn hat keine rein touristische Nutzung, sieist Teil des ÖPNV. Daher muss der Fahrplan gegenüber dem vorliegenden Entwurf erweitert werden.

© SZ

Dagmar Neukirch, SPD

Der Wiederaufbau ist ein großer Erfolg. Für die Fertigstellung bis Kipsdorf sollen laut Regierungsentwurf 2017 insgesamt 3,5 Millionen Euro bereitgestellt werden. Zudem gewährt der Freistaat „Betriebshilfen für Der Wiederaufbau ist ein großer Erfolg. Für die Fertigstellung bis Kipsdorf sollen laut Regierungsentwurf 2017 insgesamt 3,5 Millionen Euro bereitgestellt werden. Zudem gewährt der Freistaat „Betriebshilfen für Schmalspurbahnen“, Zuschüsse für den Betrieb in Höhe von 8,75 Mio. Euro jährlich, dazu Gelder für Instandsetzung, Wartung und Pflege. Die Weißeritztalbahn besitzt vor allem eine hohe touristische Bedeutung. Deshalb müssen wir versuchen, Unterstützung aus der Tourismusförderung zu erhalten. Daran arbeiten wir. Hier erwarte ich auch regionale Aktivitäten. Letztlich müsse sich der Landkreis mit der Tourismuswirtschaft und den Kommunen darüber verständigen.

© Frank Baldauf

André Barth, AfD

Bei unserem sächsischen Schmalspurbahnnetz handelt es sich um ein einmaliges Kulturgut von hohem Wert. Es ist uns daher ein Anliegen, dieses zu erhalten und für Touristen wieder attraktiver zu machen. Durch die Weißeritztalbahn soll auch Kipsdorf touristisch wiederbelebt werden. Finanzielle Mittel zur sinnvollen und attraktiven Ausgestaltung des Fahrplans müssen durch die Staatsregierung und den Landkreis ausreichend zur Verfügung gestellt werden. Da dies im Entwurf zum nächsten Doppelhaushalt auf Landesebene nicht der Fall ist, werde ich in der AfD-Landtagsfraktion und auch als Kreisrat dafür kämpfen, dass wir hierzu einen Änderungsantrag einbringen.

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/sorgenkind-schmalspurbahn-3494480.htm

07.09.2016 – Der 1. Arbeitszug hat Schmiedeberg erreicht.

Stand der Bauarbeiten am 31.08.2016

26.08.2016 – Der Arbeitszug hat heute Naundorf erreicht.

22.08.2016 – Nach dem Hochwasser 2002 ist der erste durchfahrende Arbeitszug von Dippoldiswalde in Obercarsdorf angekommen.

20.08.2016 – Der Arbeitszug auf dem Weg zum Bahnhof Obercarsdorf.

Schottern des rekonstruierten Bahnübergangs der B170.

Der erste Zug seit 2002 in Ulberndorf.

Hier ist der Arbeitszug das erste mal nach 14 Jahren am Haltepunkt Ulberndorf.

… weiter geht es zur der Frauendorfer Straße.

 

„Wir brauchen mehr als einen Zug pro Tag“

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Der Chef der Weißeritztalbahn ist mit dem Baufortschritt nach Kipsdorf zufrieden. Nun hat er ein anderes Problem.

18.08.2016 Von Mandy Schaks

chen mehr als einen Zug pro Tag“

Die Freude war im Dezember 2008 groß. Die Weißeritztalbahn konnte nach der Flut wieder zwischen Dippoldiswalde und Freital rollen. Derzeit wird der zweite Abschnitt gebaut. Wie viel Dampf dort möglich ist, macht Richter große Sorgen.

© Frank Baldauf

Dippoldiswalde/ Freital. Roland Richter ist kein Mann, der öffentlich Dampf ablässt. Das überlässt er seinen Maschinen. Richter ist Herr der Weißeritztalbahn und so gerade der heimliche Star im Osterzgebirge. Jedes Stück Gleis, das Richtung Kipsdorf verlegt wird, macht Anwohner und Bahnliebhaber geradezu euphorisch. 14 Jahre nach der Flut bringt Richter den Erzgebirglern ihre geliebte Bimmel zurück. Was viele aber gar nicht ahnen: Dem Chef der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft steht wohl noch das schwerste Stück bevor. Er weiß nicht, wie er die Dampfrösser am Ende nach Kipsdorf bringen soll – ohne zusätzliches Geld für den Bahnbetrieb. Richter hat Druck.

Mit dem Baufortschritt ist er zufrieden. „Die Firmen arbeiten gut und straff hintereinander weg“, lobt er. „Wir liegen im Zeitplan.“ Er geht davon aus, dass der Wiederaufbau des zweiten Bauabschnittes im vierten Quartal abgeschlossen werden kann, spätestens zum Jahresende. Im Frühjahr, zur Pflanzzeit, sollen noch Restarbeiten folgen. „Dann kommt der letzte optische Schliff, die Begrünung.“ Auch mit den Finanzen liegt der Bauherr und Bahnbetreiber „weitestgehend im Plan“. Es kann zwar noch die eine oder andere Überraschung geben, aber er rechnet aus heutiger Sicht damit, dass die rund 18 Millionen Euro – Fluthilfe- und Landesmittel – reichen.

Dennoch mag er sich nicht auf einen Eröffnungstermin für das elf Kilometer lange Teilstück von Dipps nach Kipsdorf festlegen. Im Gegenteil, er sagt das, was er seit Jahren sagt: „Wir reden nicht davon, wann wir fahren werden, sondern ob wir fahren.“ Denn es fehlt die Finanzierung für den Bahnbetrieb. Richter zufolge braucht jede Schmalspurbahn etwa zwei Millionen Euro im Jahr, um fahren zu können. Er muss es wissen. Die Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft betreibt neben der Weißeritztalbahn noch die Fichtelbergbahn in Oberwiesenthal und die Lößnitzgrundbahn in Radebeul. Diese Summe für die Weißeritztalbahn wird aber allein auf dem ersten Abschnitt zwischen Freital und Dipps verdampft, der seit Dezember 2008 wieder in Betrieb ist. Und im aktuellen Entwurf für den nächsten sächsischen Doppelhaushalt kann Roland Richter auch nicht erkennen, dass sich daran etwas ändern soll. „Es ist keine Erhöhung der Mittel vorgesehen“, sagt er. „Da müssen aber zusätzliche Gelder rein.“ Es sei für die Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft immer überraschender, wie beharrlich sich der Freistaat zurückhält.

Fahrpreise müssen angepasst werden

Seit 2008 seien die Zuschüsse konstant. Die Inflation musste über Rationalisierungseffekte ausgeglichen werden. Das sei ausgereizt und lasse sich nicht über Fahrpreise einspielen, die ohnehin ab November angepasst werden müssten. „Es ist ein Unding, von uns zu verlangen, zum gleichen Geld noch bis Kipsdorf zu fahren“, sagt Richter. Das wird und kann er nicht tun. Deshalb sieht der erste Fahrplan-Entwurf, den der Verkehrsverbund Oberelbe präsentierte, so dürftig aus. Der Zugverkehr zwischen Dipps und Freital soll abgespeckt werden, damit wenigstens ein Zug am Tag bis Kipsdorf rollen kann. Gastronomen und Hoteliers im oberen Osterzgebirge reagierten fassungslos. „Das muss mehr als einmal am Tag bis Kipsdorf sein“, ist Richter klar. „Das wissen wir auch, aber es muss finanzierbar sein.“ Diese Voraussetzungen sind aber derzeit nicht gegeben. Hinter den Kulissen werden sehr intensive Gespräche mit dem Verkehrsverbund und dem Wirtschaftsministerium geführt – bisher ohne Erfolg. „Wir brauchen aber schnellstens eine Entscheidung.“ Denn wenn mehr Züge rollen sollen, kann Richter die Signale nicht einfach auf Grün schalten. „Wir brauchen Planungsvorlauf.“ Mehr Züge bedeutet, die Dampfeisenbahngesellschaft braucht auch mehr Personal und muss mehr Züge organisieren. „Wir müssen einen attraktiven Zugbetrieb ankurbeln, sonst wird das nichts.“

Artikel-URL: http://www.sz-online.de/nachrichten/wir-brauchen-mehr-als-einen-zug-pro-tag-3470393.html